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Im englischen Sprachgebrauch verwendet man für Palliativmedizin den Begriff Palliative care, um die Bemühungen des gesamten multidisziplinären Teams aus Ärzten, Pflegenden, Seelsorgern, Sozialarbeitern, Psychologen, Physiotherapeuten und ehrenamtlichen Helfern in der Betreuung schwerkranker Menschen zu bezeichnen. Man unterscheidet aber dort die Begriffe 'Palliative care' und 'Palliative medicine'. Letzterer stellt die ärztlichen palliativmedizinischen Maßnahmen dar. Ärztliche Betreuung der Schwerstkranken gehört zu den wichtigsten Bestandteilen der multiprofessionellen Arbeit auf der Palliativstation. Im Gegensatz zum Betreuungskonzept in einem stationären Hospiz, das als eigenständige Einrichtung funktioniert, ist die Palliativstation in das Krankenhaus integriert, so dass alle diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten für den Patienten zur Verfügung stehen. Das oberste Ziel der Palliativmedizin – das Erreichen der bestmöglichen Lebensqualität – ist ohne Verbesserung seiner aktuellen Situation (sog. Symptomkontrolle) und Linderung der aufgetretenen Beschwerden nicht möglich. So behandeln wir kompetent und konsequent folgende Symptome, die im Laufe der Erkrankung oder in Folge deren Behandlung auftreten:
Eine wirksame und konsequente Behandlung quälender Symptome ist die wesentliche Voraussetzung für die Lebensqualität im Angesicht einer chronisch fortschreitenden Erkrankung. Bei den Patienten, die auf unsere Palliativstation aufgenommen werden, werden die Symptome in Form eines standardisierten Fragebogens abgefragt. Die Therapie wird gezielt je nach vorhandenen bzw. angegebenen Symptomen eingeleitet. Meist gelingt es uns mit den vorhandenen Therapiemöglichkeiten, eine signifikante Linderung der Beschwerden schon im ersten Behandlungsansatz zu erreichen. Das Ziel einer solchen symptomorientierten Behandlung ist eine völlige Beschwerdefreiheit. Berücksichtigt werden folgende Grundsätze, um eine wirksame und umfassende Symptomkontrolle zu erreichen:
Es wäre nicht richtig zu denken, dass in der Palliativmedizin nur konservative Behandlungsmethoden angewandt werden. Auch eine Operation, Durchführung einer Chemotherapie oder Bestrahlung können im Verlauf einer schweren Erkrankung der Linderung der Beschwerden des Patienten dienen. Prinzipiell ist es so, dass diese Therapien unter dem palliativen Behandlungskonzept durchgeführt werden, d.h. dass das Ziel hier weiterhin nicht die Heilung der Grunderkrankung ist, sondern lediglich Linderung der belastenden Symptome. Zu den nicht invasiven Maßnahmen gehört in erster Linie medikamentöse Therapie. Hier steht uns ein breites Spektrum der Substanzen aller pharmakologischen Gruppen zur Verfügung. Es findet eine regelmäßige Überprüfung der Wirksamkeit der Medikamente bzw. des Wohlbefindens des Patienten statt. Dies veranlasst uns oft, die Medikamente bzw. deren Dosierung im Laufe der eingeleiteten Therapie mehrmals zu verändern. Reichen die nicht invasiven Therapiemaßnahmen nicht aus (wie z.B. oft bei sog. neuropatischen Schmerzen) bzw. führen sie zur Entwicklung schwerer systemischer Nebenwirkungen, so denkt man an die Möglichkeiten invasiver Verfahren (so wie Magensonde, perkutane Ernährungssonden, Punktionen von Pleuraergüssen uns Aszites usw.). Die Veränderungen in der Behandlungstaktik (wie z.B. Ansatz der invasiven Methoden) werden jedes Mal mit dem Patienten abgestimmt. Die o.g. Prinzipien gelten auch für die Schmerztherapie, die den wichtigsten Part unserer Behandlungsmaßnahmen darstellt. Hier gilt:
Wir benutzen verschiedene Wege der Verabreichung von Schmerzmitteln, nämlich:
Wenn wir über invasive schmerztherapeutische Methoden sprechen, so kommen auf unserer Station folgende Verfahren der Regionalanästhesie zur Anwendung:
Zu den weiteren palliativmedizinischen Maßnahmen, die ihre Anwendung auf unserer Station finden, gehören u.a.:
Bei den Rhythmischen Einrebungen (RE) nach Wegmann/ Hauschka handelt es sich um eine pflegetherapeutische Maßnahme, bei der die Patienten ruhig und fließend berührt werden. Die Wirkung wird durch sich rhythmisch verdichtende und wieder lösende Berührungsintensität erzielt. Rhythmische Prozesse haben eine kräftigende und aufbauende Wirkung und helfen, ein gestörtes Gleichgewicht auszugleichen und Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren. Wir haben die Möglichkeit, mit unseren Händen eine Beziehung zum Patienten herzustellen und vermitteln auf diese Weise Wärme und Geborgenheit.
Um eine Kontinuität in der Behandlung unserer Patienten sicherzustellen, bieten wir unseren Patienten die medizinische Betreuung nicht nur stationär, sondern auch ambulant, und zwar in nachfolgend erläuterten Formen:
Der APD erfüllt die Rolle einer Schnittstelle zwischen dem ambulanten und geriatrischen Bereich. So wird das Konzept der integrierten Versorgung der Palliativpatienten umgesetzt.
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